Homophobe Demo in Wiesbaden

Am 30. Oktober um 14:00 Uhr wollen christliche und konservative FundamentalistInnen aus CDU, AfD & Co gegen den aktuellen Lehrplan zur Sexualerziehung an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Hessen demonstrieren. Dieser sieht die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intersexuellen Menschen als Unterrichtsziel vor.

Amelderin der gay-feindlichen Demo ist die 53-jährige Hedwig von Beverfoerde (Miss Homophobia 2015). Von Beverfoerde ist nicht nur Mitglied in der CDU, sondern auch Gründerin der „Initiative Familienschutz“ und Organisatorin der „Demo für Alle“ in Stuttgart und Hannover, die sich gegen die „Ehe für Alle“ ausspricht. Zusammen mit der AfD-Vizevorsitzenden Beatrix von Storch organisiert sie unter diesem Namen seit über zwei Jahren regelmäßige Kampagnen, Petitionen und Demonstrationen um der „Homo- und Genderlobby“ den „Kampf“ anzusagen.

Da der Lehrplan schon in Kraft ist, sind die hessischen ReaktionärInnen spät dran. Trotzdem sollte ihre menschenfeindliche Hetze nicht unkommentiert bleiben. Die Aktionen gegen den konservativen Geschlechterwahn beginnen um 12:00 Uhr (Achtet auf aktuelle Ankündigungen)

Hier der Aufruf des Bündnisses „Läuft nicht!“:

„Demo für Alle“? Läuft nicht! Let’s make some beautiful trouble!

Unter dem Slogan »Demo für Alle. Ehe und Familie vor! Stoppt Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder« versucht am 30. Oktober in Wiesbaden ein Bündnis aus AntifeministInnen, Konservativen, christlichen FundamentalistInnen, »besorgten Eltern« und Nazis auf die Straße zu gehen. Das traditionelle Leitbild der Familie als »Keimzelle der Nation« und die Ideologie einer »natürlichen« Zweigeschlechterordnung machen neue und alte Rechte anschlussfähig bis weit in die »Mitte« der Gesellschaft.

Das Ziel der »Demo für Alle« ist der Kampf gegen Geschlechteremanzipation, queere Lebensrealitäten und eine Sexualpädagogik – die sie verzerrend als »Frühsexualisierung« darstellen. Aktueller Anlass ist die Erneuerung des hessischen Lehrplans zur Sexualerziehung an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen. Eingebettet in einen rassistischen, nationalistischen und klassistischen Kanon, werden all diejenigen, die diesem rückwärtsgewandten Gesellschaftsmodell nicht entsprechen oder es in Frage stellen, ausgegrenzt, herabgewürdigt und angegriffen. An anderer Stelle äußert sich die Ideologie der Familie als »Keimzelle der Nation« in einer Verachtung von an den Rand Gedrängten und in Brandanschlägen auf Unterkünfte von Geflüchteten.

We are here and we are queer!

Die »Demo für Alle« ist ein fundamentaler Angriff auf queere Lebensrealitäten. Es geht am 30. Oktober nicht um die Verteidigung eines Lehrplans. Durch unseren Protest stellen wir uns der Festschreibung starrer Geschlechterrollen entschlossen entgegen. Wir kämpfen für eine Anerkennung der Vielfalt der Geschlechter. Wir kämpfen für ein Ende der Pathologisierung und Ausgrenzung von LGBTIQ-Personen. Wir wehren uns gegen jegliche Idee eines nationalistisch-verwobenen, biologistischen Familienmodells. Wir setzen uns für solidarische, vielfältige und alternative Beziehungs- und Familienkonzepte ein. Lasst uns antisexistische, antirassistsische, antifaschistische Kämpfe und den Widerstand gegen Homo-, Bi und Transfeindlichkeit verbinden:
Gemeinsam, entschlossen, bunt und queer auf die Straße!

»Demo für Alle« unmöglich machen – am 30. Oktober und jeden Tag!